Alles ohne Kuh - bitte einmal zu mir...


Lebensmittelallergie – alles nur ein Trend? Nicht für mich!! Für mich ist es Alltag und völlig normal – eigentlich schon immer.

Pauli’s Restaurant-Klassiker: Ich zur Bedienung: „Entschuldigen Sie, ist dieses Gericht ohne Milch? Also – ich darf nämlich keine Milchprodukte….also sozusagen…NIX VON DER KUH!“  Bedienung schaut mich mit großen Augen an….überlegt kurz angestrengt….dann hat sie verstanden und sagt: „Ojeeee so ein Mist….da sind jetzt aber Eier drin.“ :-) *doublefacepalm* (Nein...das war kein witziger Ausrutscher– das kommt STÄNDIG vor – ihr könnt Mr .Pauli fragen!!)

Etwa 80% der Asiaten vertragen keine Milch. Meine Mama auch nicht – von ihr hab ich meine Kuhmilchallergie wohl auch geerbt. In der koreanischen Küche kommen Milchprodukte schlichtweg nicht vor. ÜBERHAUPT NICHT! Es gibt weder Käse, noch Sahne, noch Butter etc. auf dem „normalen“ koreanischen Speiseplan. Es gab bis vor kurzem auch überhaupt keine Milchkühe in Korea.

Starbucks, McDonalds und Co. haben den Milchkonsum nun aber auch nach Asien gebracht und meine Hypothese ist: Schaut euch die Jugendlichen dort an: Sie werden immer dicker, weil alle plötzlich Latte Macchiato, Cheeseburger, westliche Eiscreme und Kuchen mit Sahne usw. in sich hineinstopfen, obwohl sie es eigentlich nicht vertragen. Auch ich bin mit Milchprodukten groß geworden –  da sie eben in Deutschland völlig selbstverständlich verwendet werden. Meine ganze Kindheit und Jugend hindurch litt ich unter Magen- und Darmproblemen. Die Ärzte hatten viele Ideen und so wurde ich erst rumgereicht und dann an einen Heilpraktiker verwiesen, der auf Candida Albicans (ein Darmpilz) spezialisiert war. Nach 16 Wochen strengster Diät OHNE Zucker, Weißmehl etc….aber mit einer ganzen Menge basischen Milchzuckerprodukten – ging es mir genauso schlecht wie vorher! Ich dachte ein Leben mit Durchfall sei normal. Inzwischen weiß ich, dass es auch ein Leben ohne Magenkrämpfe und Durchfall gibt…

Ich habe keine Laktoseintoleranz, denn mir helfen auch keine Laktase-Tabletten und ich kann auch keine laktosefreien Milchprodukte zu mir nehmen. Ziege und Schaf gehen…

Bedingt durch meine Kuhmilchallergie muss ich alle Milchprodukte durch Alternativen ersetzen. Ich versuche allerdings auch nicht zu viele Sojaprodukte zu verwenden, weil ich festgestellt habe, dass ich zu viel davon auch nicht so gut vertrage. (Team Kugelfisch – wenn ihr wisst, was ich meine!) Es gibt allerdings manche Sojaprodukte, für die es einfach keinen Ersatz gibt. Also wechsel ich einfach durch so gut es geht – denn die gesunde Mischung macht’s, finde ich!

Hier habe ich für Euch mal meine Lieblings-Ersatz-Produkte zusammengefasst:

Statt Milch:

  • Sojamilch (ungesüßt)
  • Mandelmilch (ungesüßt)
  • Kokosmilch (ungesüßt)
  • Hafermilch (ungesüßt)
  • Reismilch (ungesüßt)

Am liebsten nutze ich die Produkte von Provamel, weil es die fast alle eben auch in ungesüßt gibt und auch Alpro hat inzwischen viele ungesüßte Produkte im Angebot.

Aber: In meinem Schrank steht IMMER eine kleine H-Milch…..meine „Gästemilch“ – falls mich mal jemand besucht, dem Sojamilch etc. einfach nicht schmeckt….das bin ich meinen Gästen schuldig. :-)

Statt Joghurt:

  • Sojajoghurt ohne Zucker (mach ich auch sehr oft selber) – von Provamel oder Sojade
  • Kokosjoghurt von The Coconut Collaborative (megalecker - aber hat viel Fett)

Hier gibt es leider nicht so viele Alternativen, denn Joghurt selber machen, funktioniert leider ausschließlich mit Sojamilch.

Statt Quark:

  • Soya-Alternative zu Quark von Provamel
  • Go On von Alpro (da ist halt leider Zucker drin)
  • Seidentofu (bevor es diese unverschämt leckeren Quark-Alternativen gab, hab ich alles – also wirklich alles – auch Käsekuchen, Tiramisu etc. mit Seidentofu zubereiten müssen. Die Werte sind zwar bombe, aber das Gefühl von Käsekuchen bekommt man nur mit seeeeehr viel Fantasie)

Sojaquark hat leider nicht vergleichbar gute Werte wie Magerquark, aber ich finde ihn megalecker und denke mir einfach: Gleicht sich ja wieder aus, weil ich ja auch keinen Käse essen kann.

Statt Käse:

Ich liebe Ziegen- und Schafskäse – zum Glück….denn die veganen Käsealternativen finde ich so ziemlich genauso ekelhaft, wie Analogkäse…ich hoffe aber immer noch, dass sich diese Produkte noch weiterentwickeln…und irgendwann bessere Werte haben und auch besser schmecken.

  • Salakis light oder die vergleichbaren Alternativen von Aldi oder Lidl (ist auch eine tolle Eiweißquelle und hat gute Werte)
  • Ziegenfrischkäserolle, Ziegen-Gouda und alle anderen Arten von Ziegen- und Schafskäse (nur in Ausnahmefällen - haben nämlich meistens sehr viel Fett)

Pizza und Co. bestelle ich im Restaurant einfach ohne Käse – WENN der Boden ohne Milch ist….was leider selten vorkommt.

Statt Butter:

Butter gab es in meiner Familie nie….ich bin eigentlich ein Rama-Kind. Wobei Margarine bei uns zu Hause einfach nur zum Backen verwendet wurde…niemals auf Brot. Rama ist übrigens NICHT rein pflanzlich…sondern enthält ein Molkeprodukt. Ich kann sie also nicht verwenden.

  • Zum Backen: Ich verwende heute als Ersatz Sojamargarine oder Pflanzenmargarine – am liebsten: Sojola, Provamel oder Deli Reform.
  • Für Salate nutze ich am liebsten Kürbiskernöl, Sesamöl und Olivenöl.
  • Zum Braten verwende ich eigentlich fast ausschließlich Kokosöl oder auch mal hochwertiges Rapsöl.

Statt Sahne:

Sahne verwende ich eigentlich nie, weil ich auch kein Fan von Sahnesaucen etc. bin. Aber manchmal zum Kuchen oder auch in einer Sauce, gibt es inzwischen auch ganz gute vegane Alternativen. Sogar Sahne zum Steifschlagen, fertige Sprühsahne oder Cuisine-Alternativen  zum Kochen aus Mandeln, Reis oder Soja.

Statt Gebäck:

Ooouh – schwierig….also alles was süßes Gebäck ist oder was man im Café oder beim Bäcker kaufen kann, scheidet bei mir komplett aus (also z.B.: Milchbrötchen, Buttertoast, Croissants, Nussschnecken, Hefezopf, Plunder aller Art, Kuchen, Torte,….)

Ich mache also entweder alles selbst – mit Sojamilch und Pflanzenmargarine kann man wunderbar backen (merkt auch kein Mensch!!) oder kaufe vegane Backwaren.

Es gibt vegane Alternativen beim Vollwertbäcker oder in Backabteilungen von Biomärkten. Kostet natürlich alles 4mal so viel wie normal, schmeckt meistens meeegaaa-öko und staubtrocken und enthält genauso viel Zucker und meistens sogar noch mehr Fett als normales Gebäck. :-)

Statt Schokolade:

Ich kann weder Schokolade noch Eis essen…keine Kekse, keine Pralinen, auch viele Sorten von Fruchtgummis nicht, eben alles wo Milch drin ist….und die ist fast überall drin.

Es gibt wenige Süßigkeiten, die ich „von der Stange“ kaufen kann – aber immerhin z.B.: Oreo, Manner, Jaffa-Cake, die meisten Haribosorten,…inzwischen springen allerdings auch große Firmen, wie z.B. RitterSport auf den „veganen Hype“ auf. Gut für mich – hehe!

Meine Lieblingscheats sind alle vegan:

  • iChoc-Schokolade (White Nougat Crisp und Choco Cookie)
  • Veganz Bio ChocBar ( Coconut und Crisp)
  • Rawbite (Raw Cacao/ Protein)
  • Ombar (Erdbeer-Kokosmilch)
  • Chocqlate ChocBar
  • Alnatura (vegane Schokolade)

Das Sortiment erweitert sich fast monatlich, denn der vegane Markt boomt! Wobei ich sagen muss: Vegan ist NICHT gleich gesund!! Die Schokolade hat genauso viele Kalorien wie eine normale und enthält auch nur Zucker und Fett :-)

Es ist schade, dass es so gut wie keine zuckerfreie Alternativen gibt.

Statt Whey/Casein:

Aufgrund der Milchbestandteile kann ich natürlich auch kein Wheyprotein und kein Casein zu mir nehmen.

Ich habe nach langer Suche ein einziges Isolat gefunden, das ich ganz gut vertrage, aber inzwischen bin ich fast komplett auf veganes Protein und reines Ei-Protein umgestiegen. Ich habe wirklich viel ausprobiert im letzten Jahr. Hierzu werde ich demnächst in einem eigenen Blogartikel aber noch ausführlicher berichten.

 

Die Meisten bemitleiden mich oder sagen, sie könnten das nicht….aber ehrlich gesagt, hab ich NULL Probleme damit: Lieber ersetze ich diese Lebensmittel und mir geht es dafür gut. :-) Mir fällt es also total leicht auf Milch und Co. zu verzichten, denn wer leidet schon gerne dauernd an Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schlappheit und Müdigkeit?

Für mich ist es längst Normalität geworden und auch meine Familie und mein Freundeskreis achten immer darauf. Sie wissen inzwischen alle Bescheid, was ich essen kann und was nicht – und so ist es auf Festen und Partys gar kein Problem mehr. Ich finde immer etwas zu essen.

Klar im Restaurant muss ich mich durchfragen und einfach darauf bestehen, dass die Bedienung in der Küche nachfragt, was ich essen kann. Aber auch das ist einem irgendwann nicht mehr peinlich.

Mein Tipp: Schämt euch nicht, sondern fragt offen nach und erzählt allen von eurer Lebensmittelunverträglichkeit oder Allergie. Am Anfang war das für mich auch komisch, denn ich musste auch bei Einladungen immer im Vorfeld fragen, was es denn zu essen gibt und das kommt manchmal ein bisschen komisch. Dafür half es mir später, als ich in der Diät war….da fiel es mir nicht mehr schwer, weil ich es eh schon gewohnt war nachzufragen, immer eine Extrawurst zu bestellen oder sogar mein eigenes Essen mitzubringen.

Auf jeden Fall kann ich nur sagen: Ob Unverträglichkeit, Allergie oder was auch immer Leute…

Stay positive und macht das Beste draus!!! :-)

Eure Pauli