Warum eigentlich PAULIKOCHT?


Seit meiner Kindheit war ich ein…naja sagen wir mal….molliges Kind. Ich war nie dünn….vielleicht fest…man könnte auch einfach sagen: dick.

Ab meiner Pubertät habe ich alles versucht eine dünne, zierliche Asiatin zu werden, wie meine Mama es ist….und ich scheiterte und scheiterte und scheiterte…oh jaaaa – ich habe abgenommen….immer wieder – sogar bis zu -20kg – aber ich habe dasselbe auch jedes Mal wieder zugenommen….rauf und runter – der klassische Jojo-Effekt.

Ich hätte alles getan, um dünn zu sein und ich habe wirklich viel ausprobiert:  Trennkost, Saft-Fastenkur, 7Tage-Körnerdiät, Kohlsuppendiät, Weight Watchers, Nulldiät, Markert-Diät, BCM-Diät, Formula-Diäten, Metabolic Typing, Brigitte-Diät, 10WBC (Bodychange), Schlank im Schlaf, Hypnose, Kinesiologie, Vegan for fit, Vegan for Youth, Size Zero,…ich glaube ich kann mich gar nicht mehr an alle erinnern. Ich habe unendlich viele Stunden im Sport verbracht, mich bei jedem Sauwetter zum Joggen gequält (und es gehasst)….aber der Erfolg blieb aus.

2007 2009 2010 2015

Heute weiß ich, dass ich alle Fehler gemacht habe, die man machen kann und auch heute kämpfe ich noch jeden Tag, gegen alte Glaubenssätze und „Tretminen in meinem Gehirn“, aber ich habe etwas Wesentliches begriffen: Man darf nie aufgeben! Man darf nie aufhören! Und man darf nienieniemals an sich selbst zweifeln. Denn wenn man selbst nicht an sich glaubt, wer sollte es dann tun? Achja – und man darf v.a. als Frau NIIIIEEEE vergessen: DIE WAAGE IST UND BLEIBT EIN ARSCHLOCH! 

Am 17.05.2015 – ca. einen Monat nach meinem 36. Geburtstag beschloss ich also ein weiteres Mal: Es kann so nicht weitergehen - du musst abnehmen! Ich hatte knapp über 82kg (ich bin übrigens 1,63m) und war so unglücklich wie schon lange nicht mehr. Vor meinen Augen stand in großen Buchstaben: Jetzt bist du endgültig ALT UND FETT! Nach einem frustrierten Telefonat mit einer Freundin, beschloss ich, dass ich es noch einmal versuchen würde. Ich wollte alles geben. Ein allerletztes Mal!!! Ab JETZT! Ich sortierte alle Schränke aus, entsorgte alle Süßigkeiten und jeglichen Industriezucker, ging grünes Gemüse einkaufen und legte los. Ich wusste ja eigentlich wie es geht....also: LowCarb-Ernährung, 4x die Woche Kraftsport (alles zu Hause mit einer Matte und Kurzhanteln) und 1x Cardio….eaaasy! Pah!

Es ging sehr langsam aber stetig…aber irgendwann bekam alles eine neue Eigendynamik….und ich war mittendrin: Ich war plötzlich zu einem "Foodblogger" auf Instagram geworden, in meiner Küche stapelten sich nicht besonders dekorative Supplement-Dosen und in meinem Kleiderschrank war tatsächlich nichts mehr zu finden, das mir noch passte!

Ich kann nicht sicher sagen, warum es diesmal funktioniert hat – aber ich bin mir sicher, dass mein Instagram-Account @call.me.the.pauli, den meine Freundin (nochmal vielen Dank liebe Anna) mir im Mai 2015 während einem Cappuccino bei unserem Lieblingsitaliener angelegt hat (sie meinte: Du brauchst Insta…und sie hatte wohl Recht)  – einen großen Anteil daran hatte und immer noch hat. Ich begann täglich alle meine Mahlzeiten zu posten und folgte natürlich auch immer mehr Profilen, die dasselbe taten. Ich wurde mutiger und kreativer und empfand Kochen und Backen plötzlich nicht mehr als etwas Böses….es machte mir plötzlich Spaß. ESSEN machte mir plötzlich Spaß und ich musste nicht mal ein schlechtes Gewissen haben. Ich holte mir Motivation und Inspiration und stellte plötzlich fest, dass ich selbst für Andere eine Motivation und Inspiration geworden war. Das war unglaublich. Am Anfang lachten meine Freunde und meine Familie noch – weil ich jedes Essen fotografierte….aber inzwischen ist es für alle zum Alltag geworden.STOP! Noch nicht anfangen - erst noch ein Foto machen, lehn dich mal zurück - deine Hand ist im Bild....Oh Mann ist das Licht hier schlecht.....Passt. Danke. Guten Appetit!

Anfang 2016 wurde es mir immer klarer – ich wusste plötzlich, warum ich so oft gescheitert war und woran so viele Menschen scheitern. Im Dialog mit Anderen hörte ich nämlich immer das Gleiche: Wenn du für mich kochen würdest, dann würde ich die Diät auch schaffen… Kann ich bei dir einziehen und du kochst jeden Tag für mich?.....Stell mir einfach jeden Tag Essen hin, ich zahl dir alles….Ich hab doch keine Zeit mir jeden Tag was mitzunehmen…..Ich hasse Kochen….usw.usw.

So viele Frauen (und auch Männer), die sich täglich im Gym den Hintern aufreissen und es trotzdem nicht schaffen. Ich kann so gut nachvollziehen, wie frustrierend das alles ist. Ich wollte ihnen eine Hilfe anbieten ihren Weg zu finden, so wie ich meinen gefunden habe. Nicht dass ich schon fertig wäre…nein….denn ich bin der festen Meinung man ist NIE fertig….aber ich bin gut unterwegs….und ich liebe meinen ganz persönlichen Weg und die vielen tollen Menschen, die mir im letzten Jahr am Wegesrand begegnet sind.

Durch unseren Umzug Ende Januar 2016 von München nach Augsburg wurde ich über Nacht zum Pendler. Ich stand jeden Tag um 4:15 Uhr auf und fuhr mit dem Auto nach München und nachmittags wieder zurück. Schon vor dem Umzug war klar: Jeden Tag für den nächsten Tag vorkochen, so wie ich es bisher gehandhabt hatte, funktioniert so nicht mehr. Das bekomme ich mit min. 3 Stunden auf der Autobahn am Tag einfach nicht mehr hin. Eine zeitsparende Lösung musste her: und ich fand sie – MEALPREP!!! Okaaaay – meiner Oma (93) hab ich es so erklärt: „Ich koche einmal in der Woche 14 Portionen Essen vor, friere alles ein und taue jeden Tag zwei Portionen für’s Mittagessen in der Arbeit auf. Fertig!“  Ihre Reaktion? „Ge, so ein Schmarrn, du spinnsch Mädle!“ :-)

Und genau das tat ich….Woche für Woche – Monat für Monat – eine Mealprepaktion nach der anderen….und ich wurde immer besser. Aus Gefriertüten wurden irgendwann Plastik-Klickboxen und aus dem Zwischenlager im Gefrierschrank meiner Eltern wurde irgendwann ein Riesenkühlschrank mit Riesengefrierabteil. Es ging noch weiter....ich zog es gnadenlos durch. Im Urlaub in Paris, auf Mallorca, auf Geschäftsreise, bei Familienfeiern, unterwegs beim Wandern oder auf dem Christkindelsmarkt…..ich ließ nicht locker. Und JA -  es war anstrengend – v.a. im Sommerurlaub bei 30 Grad…. ständigen Zwischenstopps in irgendwelchen Supermärkten, weil ich ja nichts kühlen konnte…haha – Katastrophe – aber es ging, v.a. natürlich, weil mein Mann einfach eine Seele von Mensch ist und mich immer unterstützt hat. (Danke Mr Pauli <3)

Aus der Not heraus entstand so eine meiner größten Leidenschaften und sinnvollen Tätigkeiten und letztendlich….meine Idee zu PAULIKOCHT.